„Lebt man oder wird man gelebt?“
Oskar Schlemmer und die Kunstfreiheit
- „Lebt man oder wird man gelebt?“
- 01 1919: Plan mit Figuren
- 02 1925: Ruheraum
- 03 1933: Die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin
- 04 1937: Rätsel um eine Winterlandschaft
- 05 1940: Wandbild Familie
- 06 1950: 'Konzentrische Gruppe' - aus dem Kronprinzenpalais in die Staatsgalerie
- 07 Oskar in Zitaten
- „Lebt man oder wird man gelebt?“
- 01 1919: Plan mit Figuren
- 02 1925: Ruheraum
- 03 1933: Die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin
- 04 1937: Rätsel um eine Winterlandschaft
- 05 1940: Wandbild Familie
- 06 1950: 'Konzentrische Gruppe' - aus dem Kronprinzenpalais in die Staatsgalerie
- 07 Oskar in Zitaten
Oskar Schlemmer (1888-1943) ist wie kaum ein anderer Künstler mit der Staatsgalerie Stuttgart verbunden, wo sein Werk in einem breiten Spektrum von Malerei über Plastik, Bühnenkunst, Grafik, Zeichnung und dem schriftlichen Nachlass - Archiv Oskar Schlemmer - vertreten ist. Heute verfügt die Staatsgalerie über die bedeutendste und weltweit umfangreichste Sammlung zu seinem Oeuvre. Anhand einer kleinen Auswahl an Beispielen wird die Frage der Kunstfreiheit erörtert: Was macht Kunst gefährlich? Wie ist Oskar Schlemmer in die Situation hineingeraten, dass seine Kunst ihm zur Gefahr wurde und wie ist er damit umgegangen?
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Detail aus »Plan mit Figuren«
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Gemälde von Oskar Schlemmer, Detail, »Plan mit Figuren«, 1919, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. LK 648
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... Beginn einer neuen Zeit
Schlemmer malt »Plan mit Figuren« kurz nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918). In der Zeit des Neuaufbruchs sucht er fortwährend Briefkontakt zu seiner ersten großen Liebe, der jüdischen Russin Darya Yekimovsky (1890-1972). Kennengelernt hatten sich Oskar und Darya in Berlin im Jahr 1912. Doch schon wenige Jahre später gehen die beiden ihre eigenen Wege.
Was war passiert? Die Verwerfungen der Kriegszeit zwingen Darya als vermeintlich »feindliche Ausländerin«, im Jahr 1915 aus Deutschland zu emigrieren. Während Oskar im Deutschen Heer dient, siedelt Darya über Dänemark und Norwegen um, wo der gemeinsame Sohn, Leonid, in Oslo zur Welt kommt (1916-1941/42 gest. in Murmansk).
Vor diesem Hintergrund lässt sich das rätselhafte Bild »Plan mit Figuren« dechiffrieren. Die kreuz und quer in die Fläche gestaffelten Figuren erinnern teilweise an russische Matrjoschkas - möglicherweise ein Hinweis auf den Verlust der Familie, die unter Kriegen und Konflikten auseinander driftet.
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Plan mit Figuren
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Gemälde von Oskar Schlemmer, »Plan mit Figuren«, 1919, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. LK 648
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Bilder und Plastiken von O. Schlemmer in der Kunstausstellung »Der Sturm«
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Fotografie der Bilder und Plastiken von Oskar Schlemmer in der Kunstausstellung »Der Sturm«, 1920, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2014/1058
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Gruppenfoto
Gruppenfoto von Oskar Schlemmer mit Darya Yekimovsky und Freunden
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Gruppenfoto mit Oskar Schlemmer und Darya Yekimovsky auf seinen Schultern, um 1913, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 1994/2,134
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"(...) Von Rußland noch immer keine Nachricht. Darya hätte sicher schon einen Weg gefunden zu schreiben, über Schweden z. B. Ich kann nichts tun da ich keinerlei Anhalt habe. (...)"
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Brief von Oskar Schlemmer an Josef Hoffmann und Helene von Mickwitz
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Brief von Oskar Schlemmer an Josef Hoffmann und Helene von Mickwitz, 09.03.1920, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2022/1,31
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Ruheraum
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Gemälde von Oskar Schlemmer, Detail, »Ruheraum«, 1925, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 3238
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... "Was tun?"
fragt Oskar Schlemmer im Jahr 1925. Er steht vor einer beruflichen Entscheidung: Soll er mit seinem bisherigen Arbeitgeber, dem »Bauhaus« von Weimar nach Dessau ziehen oder sich neu orientieren? In einem Brief an Darya, mit der er nach dem Ersten Weltkrieg wieder korrespondieren kann, beschreibt er seine schwierige Lebenssituation und innere Zerrissenheit. Er berichtet von seiner schwachen finanziellen Lage, von seiner neu gegründeten Familie an Seite seiner Ehefrau Tut Schlemmer, und letztlich seinem Entschluss, nach Dessau zu ziehen. In dieser Zeit entsteht das Gemälde »Ruheraum«: eine streng konstruierte Innenansicht eines Raumes, der sich zu einem gleisend hellen Durchblick öffnet. Davor steht eine zentrale Figur, welche mit der Erscheinung eines Todesboten assoziiert wird. Die geometrische Perspektive erinnert an Proportionsstudien wie jene aus dem 1920 veröffentlichten Reprint der Anleitung von Erhard Schön (1491-1542) aus dem Jahr 1542. Die darin erstarrten Figuren dienen dem Versuch, Orientierung zu finden - in einer Lebensphase, in der Schlemmer Abschied, Verantwortung und künstlerische Zukunft zugleich verhandeln muss.
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Ruheraum
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Gemälde von Oskar Schlemmer, »Ruheraum«, 1925, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 3238
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Oskar und Tut Schlemmer
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Portraitfotografie von Oskar und Tut Schlemmer, um 1920, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2022/1,51
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Brief von Oskar Schlemmer an Darya Yekimovsky
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Brief von Oskar Schlemmer an Darya Yekimovsky, 09.05.1925, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2013/1,61
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die versuchsbühne am bauhaus dessau
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Foto: Lotte Gerson Collein
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Ansichtskarte der Versuchsbühne am Bauhaus Dessau, gelaufen am 31.03.1927, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2012/1028
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Erhard Schön 1542/1920, zehnte Figur.
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Universitätsbibliothek Heidelberg
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Erhard Schön: Unterweisung der Proportion und Stellung der Possen. Reprint der Publikation von 1542, mit einer Einführung von Leo Baer, Frankfurt 1920, Abbildung der zehnten Figur.
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Sehr geehrter Herr Schlemmer! Wir wollen nicht scheiden,...
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Brief von Max Kutschmann, Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin an Oskar Schlemmer, 10.10.1933, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1772
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... Gleichschaltung
Zum Wintersemester 1932/33 tritt Oskar Schlemmer eine Professur an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin an. Sein Fach: »Perspektive für Maler und Bildhauer«. Doch 1933 bringen die politischen Umbrüche für Schlemmer das Gegenteil von Weitblick. Denn nach der »Machtergreifung« der Nationalsozialisten beginnt die sogenannte Gleichschaltung. Zahlreiche jüdische, kommunistische oder in der Weltanschauung unliebsame Angestellte im öffentlichen Dienst verlieren ihre Stellungen.
Obwohl Schlemmer politisch zurückhaltend ist, wird er wegen seiner weltoffenen Haltung zur Zielscheibe. Ausgerechnet in dem Moment, in dem er jungen Künstlern beibringt, Raum und Zukunft frei zu denken, erhält er seine Kündigung und verliert selbst seine Perspektive im Lehrbetrieb. Seine Entlassung trifft ihn tief. Isolation, Rückzug, Unsicherheit folgen.
Seine künstlerische Vision - der Mensch in einem harmonisch abstrakten Raum - kollidiert mit der ideologisch verengten NS-Politik, in welcher der Kunst eine dienende Funktion abverlangt wird. In seiner Verzweiflung richtet er einen Bittbrief an den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels (1897-1945). Er hofft auf mehr Freiheit in der Kunst, erhält jedoch keine Antwort. Das NS-Regime grenzt ihn trotzdem nicht komplett aus, sondern hält ihn klein: In der Reichskammer der bildenden Künste wird er unter der Mitgliedsnummer 'M 752' geführt, so dass er die Möglichkeit hat, im Rahmen des ideologisch Erlaubten in Lohn und Brot zu kommen.
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Sehr geehrter Herr Schlemmer! Wir wollen nicht scheiden,...
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Brief von Max Kutschmann, Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst Berlin an Oskar Schlemmer, 10.10.1933, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1772
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Kündigung 1933
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Von Oskar Schlemmer verfasste Chronologie seiner Kündigung durch die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, 1933, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2014/1033
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Kündigungstelegramm vom 14. August 1933 (historische Kopie um 1949)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg
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Kündigungstelegramm der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin an Oskar Schlemmer, Unterzeichner: Professor Wilhelm Gerstel (1879-1963), 14.08.1933, historische Kopie um 1949, StAL Bestand EL 227 III Zugang 2022/067 lfd. Nr. 1 F 196/1 Nr. 6096
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es sollte nicht sein, (...) das dritte reich sollte nicht in den fehler verfallen...
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Briefentwurf von Oskar Schlemmer an Joseph Goebbels, 1933, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2016/2219
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Winterlandschaft
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Fotografie des verschollenen Gemäldes »Winterlandschaft« von Oskar Schlemmer, 1914, Inv. Nr. 1373, Staatsgalerie Stuttgart, Inventar, Bildakte
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... verfemt, geraubt, verschollen
Bis heute wirft die im Jahr 1914 gemalte »Winterlandschaft« Fragen auf. Die Staatsgalerie präsentiert das Werk 1920 im Rahmen einer Sonderausstellung der Öffentlichkeit und kauft es anschließend an. Über ein Jahrzehnt später wird das expressionistische Bild von den Nationalsozialisten als »Entartete Kunst« klassifiziert und bei einer gezielten Beschlagnahmeaktion aus dem Museumsbestand entfernt. Nach Auskunft der Inventarakte geschah dies im Jahr 1937. Anschließend wird das Gemälde sehr wahrscheinlich in Berlin, im Zentraldepot der „Entarteten Kunst« aufbewahrt. Karl Buchholz (1901-1992) versucht als zuständiger Kunsthändler im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, das Werk zu verkaufen, doch ab hier verliert sich jede Spur…
Heute lässt sich nur noch vermuten, was mit der Winterlandschaft geschehen sein könnte. Wurde es im Krieg zerstört oder an einen anderen Ort gebracht, um es vor Kriegseinwirkungen zu schützen? Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Karl Buchholz bei seiner Übersiedlung nach Kolumbien das Gemälde mitnahm, um es zu verkaufen. Auch der Versand des Werkes nach New York, zur Kunsthandlung seines Geschäftspartners Curt Valentin, ist nicht auszuschließen.
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Winterlandschaft
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Fotografie des verschollenen Gemäldes »Winterlandschaft« von Oskar Schlemmer, 1914, Inv. Nr. 1373, Staatsgalerie Stuttgart, Inventar, Bildakte
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Inventarformular zu Oskar Schlemmer, mit Fotografie: Winterlandschaft, 1914
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Historisches Inventarformular aus dem Jahr 1920 zu Inv. Nr. 1373, Staatsgalerie Stuttgart, Inventar, Bildakte
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Leihschein aus dem Jahr 1937 zu Inv. Nr. 1373
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Historischer Leihschein aus dem Jahr 1937 zu Inv. Nr. 1373, Staatsgalerie Stuttgart, Inventar, Bildakte
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Wupper Nord Polen Stuttgart
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Feldpostkarte von Oskar Schlemmer mit Willi Baumeister an Dieter Keller, 19.01.1941, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1882
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... unterm Radar: im Verborgenen
Moderne Kunst im Jahr 1940 ist unter dem NS-Regime mitunter ein großes Wagnis. Während Schlemmer offiziell in der Lackfabrik von Kurt Herberts (1901-1989) in Wuppertal als künstlerischer Labormitarbeiter tätig ist, nimmt er zusätzlich einen Auftrag zur Gestaltung einer modernen Wandarbeit im Privathaus des Verlegers Dieter Keller (1909-1985) in Stuttgart-Vaihingen an. Schlemmer und Keller sind eng befreundet und gehen das Risiko ein, moderne Kunst im Verborgenen umzusetzen. Damit handeln sie nicht im Sinne der NS-Kulturpolitik, welche alle künstlerischen Sparten in den Dienst der Propaganda stellt. Avantgardistische Tendenzen hingegen können die Beteiligten in existenzielle Not bringen. Oskar Schlemmer ist diese gefährliche Situation bewusst. Anfang des Jahres 1939 schreibt er an seinen Stuttgarter Freund Heinz Rasch (1902-1996) »Wir können nur annonym [sic] wirken. Ein Hervortreten daraus würde sicher gefährlich werden.« (Schlemmer an Rasch am 3.1.1939).
Das heute in der Staatsgalerie ausgestellte »Wandbild Familie« ist eines der letzten von Oskar Schlemmer ausgeführten großformatigen Kunstwerke. Eingerahmt von zwei seitlichen Figuren zeigt das monumentale Bild eine Familie im Schwebezustand vor ungewissem Schicksal. Die Auftraggeber Dieter (1909-1985) und Martha Keller (unbek.) erwarteten ein Kind, zugleich war die Einberufung des Familienvaters an die Front des Zweiten Weltkriegs absehbar.
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Wupper Nord Polen Stuttgart
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Feldpostkarte von Oskar Schlemmer mit Willi Baumeister an Dieter Keller, 19.01.1941, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1882
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Wandbild Familie
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»Wandbild Familie« von Oskar Schlemmer, 1940, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 3841
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Tagebuch Oskar Schlemmer 1937-1943
17.01.1940
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Tagebuch von Oskar Schlemmer 1937-1943, Eintrag vom 17.01.1940, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2014/1095
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SchwebebahnKristKindchen
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Postkarte von Oskar Schlemmer an Dieter Keller, 20.12.1940, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1879
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Wupper Nord Polen Stuttgart
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Feldpostkarte von Oskar Schlemmer mit Willi Baumeister an Dieter Keller, 19.01.1941, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1882
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Konzentrische Gruppe
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Gemälde von Oskar Schlemmer, »Konzentrische Gruppe«, 1925, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 2365
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... von Berlin nach Stuttgart
Schlemmers Tod im Jahr 1943 hinterlässt große Lücken, im Kulturbereich wie im familiären Umfeld. In der Zeit des Wiederaufbaus bemüht sich seine Witwe Tut (1890-1987) zusammen mit der Staatsgalerie um eine Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen. Im Jahr 1950 beispielsweise gelingt es der Staatsgalerie, auf dem Kunstmarkt für 2.500 DM ein Hauptwerk zu erwerben: die »Konzentrische Gruppe« aus dem Jahr 1925. Dass dieses Werk die Kriegsjahre überstanden hat und im deutschen Kunsthandel auftaucht, grenzt an ein Wunder.
Ursprünglich verkauft Schlemmer die »Konzentrische Gruppe« im Jahr 1930 direkt an die Nationalgalerie Berlin. Als Exponat in der dortigen »Neuen Abteilung« im Kronprinzenpalais gerät das Gemälde kurze Zeit später unter die beschlagnahmten Werke des NS-Bildersturms. Von Berlin nach München transportiert, wird das Gemälde schließlich in der Ausstellung »Entartete Kunst« im Juli 1937 dem Publikum vorgeführt. Zwar ist das Bild anschließend zur Veräußerung durch den Kunsthändler Kurt Buchholz (1901-1992) vorgesehen, doch der Verkauf zur Beschaffung von Devisen für das Deutsche Reich kommt nicht zustande. Der Überlieferung nach geht das Werk in den Privatbesitz des Berliner Künstlers Juro Kubicek (1906-1970) Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre über. Von hier aus findet das Werk seinen Weg über den Kunsthandel in die Staatsgalerie nach Stuttgart.
Mit der Wiedereröffnung der im Krieg zerstörten Ausstellungsräume im Jahr 1958 gehört die »Konzentrische Gruppe« zu den wichtigsten Gemälden aus der Bauhauszeit im Bestand des Museums. Indem die ehemals geächteten Tendenzen der zeitgenössischen Kunst wieder in die neu eröffneten Museumsräume integriert und gesammelt werden, präsentiert sich die Staatsgalerie als modern und weltoffen.
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Konzentrische Gruppe
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Gemälde von Oskar Schlemmer, »Konzentrische Gruppe«, 1925, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 2365
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Blick auf das Kronprinzen-Palais
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Staatliche Museen zu Berlin, Zentralarchiv / Hans Hartz
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Hans Hartz: Blick auf das Kronprinzen-Palais, um 1930, Staatliche Museen zu Berlin, Zentralarchiv, Fotosammlung, Ident. Nr. ZA 1.11./00448
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Ansicht der Alten Staatsgalerie
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Ansichtskarte der Alten Staatsgalerie, nach Zeichnung von Christoff Schellenberger, 1948, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Inv. Nr. A 2013/7826
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Konzentrische Gruppe und andere Motive
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Zeichnung von Oskar Schlemmer, »Konzentrische Gruppe und andere Motive«, 1928, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, Inv. Nr. C 1951/392
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Brief von Oskar Schlemmer an Otto Meyer-Amden
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Brief von Oskar Schlemmer an Otto Meyer-Amden, 12.06.1920, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1360
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"Lebt man oder wird man gelebt?"
Diese Frage stellt Oskar Schlemmer in einem Brief im Jahr 1920 – nicht nur als Gedanke, sondern als vorläufiges Lebensresümee. So lässt er in seinem Triadischen Ballett Figuren tanzen: reduziert, geordnet, kreisend im Raum – ein Versuch, Struktur zu finden in einer Welt, die ihm manchmal zu entgleiten scheint. Schon im Ersten Weltkrieg verliert er seine erste große Liebe Darya aus den Augen - und mit ihr den Kontakt zu seinem Sohn Leonid, der im Zweiten Weltkrieg als Soldat der Roten Armee in Murmansk sterben wird. Im Jahr 1933 erlebt Schlemmer die Situation, dass er nach der Kündigung durch die Vereinigten Staatsschulen aus Berlin wieder zeitweilig von seiner Familie getrennt ist. Als auch sein zweiter Sohn Tilman (1925-1945) in den Krieg zieht, beginnt für Schlemmer die letzte Phase einer schleichenden Erschöpfung. Hinter seiner Kunst verbirgt sich ein Leben, das zusehends mehr von politischen Strukturen als vom eigenen Willen gelenkt wird.
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Brief von Oskar Schlemmer an Otto Meyer-Amden (verso)
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Brief von Oskar Schlemmer an Otto Meyer-Amden, 12.06.1920, Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1360
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Lebt man oder wird man gelebt?
12.06.1920, Brief von Oskar Schlemmer an Otto Meyer-Amden
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1360
[Christoph] Schrempf* sagt zwar, ich lebe nicht, ich werde gelebt. Es will ziemlich so erscheinen, verglichen mit dem was man erträumt, erwünscht, zu tun gewillt war und wie das Leben doch seinen Weg geht von unsichtbarer Hand unerkannt geleitet. (…): ich werde gelebt, wol aber ich bin es der gelebt wird, und: ich lasse mich leben.
09.05.1920, Brief von Oskar Schlemmer an Tut Schlemmer
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2015/1565
*Christoph Schrempf (Besigheim 1860 - 1944 Stuttgart), evangelischer Theologe & Philosoph
Ein Kunstwerk ist eine Verkündigung der Freiheit. Für die Menschen hat es nie etwas unerträglicheres [sic] gegeben als die Freiheit.
1913 oder 1919/1920, Manuskript von Oskar Schlemmer
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2016/1015
Ich habe oft Visionen einer Kunst von verzehrender Schönheit.
14.06.1914, Brief von Oskar Schlemmer an Darya Yekimovski
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2013/1,15
Die Kunst: die Vorwegnahme der Realitäten der Zukunft im Geiste.
1922, Manuskript von Oskar Schlemmer
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2016/1078
Gegenwärtig befinde ich mich in der Arbeit in einem Zustand der Entselbstung, den ich nicht für möglich gehalten hätte, und bin, ganz unpersönlich, neugierig darauf, ob daraus am Ende gar ein stärkeres Selbst hervorgehen kann.
23.07.1939, Oskar Schlemmer an Dr. Holm
Staatsgalerie Stuttgart, Archiv Oskar Schlemmer, Inv. Nr. AOS 2017/1796,Ab
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Team
Studierende am Institut für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart, Sommersemester 2025:
Emily Sanjia Alam, Sara Sofie Fegg, Helena Harth, Rostislav Lukyanenko, Lisa Mollweide, Thomas Schmid, Samira Tandogan, Fanny Wirth Ngani
Dr. Elke Allgaier, Kuratorin Archive, Staatsgalerie Stuttgart
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